Die Deutsche Arzt AG war am 12. und 13. Juni als Aussteller und Unterstützer beim ersten Chronic Care Congress dabei. Das Event fand im Bochumer RuhrCongress statt und verfolgte vor allem das Ziel, für die Thematik von Chronischen Erkrankungen zu sensibilisieren sowie den Austausch zwischen Medizin, Politik und Management zu fördern. Im interdisziplinären Stil wurden Vorträge und Workshops zu verschiedenen Themen gehalten.

 

Kongressmodul zum Thema „Bewegungsapparat – Chronischer Rückenschmerz“

Andrea Niehaus aus der Bereichsleitung der Unternehmensentwicklung der Deutschen Arzt AG erklärte in einleitenden Worten das Ziel der Veranstaltung: Möglichst viele Professuren auf einem gemeinsamen Event vereinen. In diesem Rahmen soll ein Austausch zwischen Physiotherapeuten, Ärzten, Managementgesellschaft und Kostenträgern stattfinden, um neue Ideen für zukünftige Entwicklungen zu generieren. In diesem Sinne fand zuerst ein informatives Forum statt, dem sich ein von Statements geleiteter Workshop anschloss.

 

Facettenreiche Perspektive durch Vorträge aus allen Bereichen

Die Vorträge im Forum entstammten aus den verschiedensten Bereichen. Prof. Dr. Monika Hasenbring aus der Abteilung für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie an der Ruhr Universität Bochum lieferte den Eröffnungsvortrag. Sie versorgte die Teilnehmer und Teilnehmerinnen mit wichtigen Grundinformationen und wies vor allem auf das bio-psycho-soziale Modell hin. Außerdem betonte sie, wie entscheidend eine schnelle Behandlung innerhalb der ersten Monate bei chronischen Rückenschmerzen sei. Thomas Jaschinski-Weber sprach als Vertreter der DAK Gesundheit und Vertragsmanager der Besonderen Versorgung in der Landesvertretung NRW über aktuelle Krankheitszahlen sowie Kosten zum Thema Rückenschmerz. Er betonte insbesondere die Wichtigkeit von Prävention und Betrieblichem Gesundheitsmanagement. Dr. med. Johannes Flechtmacher – Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie und Präsident des BVOU – informierte über den multifaktoriellen Charakter von Rückenschmerzen und wies auf die Notwendigkeit von strukturierten und selektiven Versorgungsverträgen hin.

Vorträge von Vertretern der Deutschen Arzt AG

Nach der Vorstellung der Facharzt- und Krankenkassenperspektive hielt Andreas Dohm als praktizierender Physiotherapeut, Dozent sowie Vertriebsmanager der Deutschen Arzt AG einen Vortag aus der physiotherapeutischen Sicht. Er informierte über Probleme wie den Fachkräftemangel, die unzureichende Akademisierung sowie uneinheitliche Vergütung. Als Lösungsvorschlag schlug Herr Dohm eine multimodale Versorgung mit flächendeckender Integration der Physiotherapie in Versorgungsverträge vor. Im Anschluss daran stellte Andrea Niehaus mit „meinRückenCoach“ ein innovatives Konzept vor, was einen multimodalen Ansatz von Schmerz-, Physio- und Psychotherapie sowie eine langfristige und nachhaltige Betreuung des Patienten ermöglicht. Frau Niehaus betonte, dass durch die gezielte und effektive Versorgung nicht nur Kosten eingespart, Arbeitsunfähigkeit sowie stationäre Aufenthalte verringert werden können, sondern vor allem auch die Lebensqualität der Patienten deutlich gesteigert werden könne.

 

Ein erfolgreicher Workshop

Der sich dem Forum anschließenden Workshop war in jeglicher Hinsicht ein voller Erfolg. Moderiert von Andrea Niehaus und dem Projektmanager der MedEcon Ruhr GmbH Dr. Christoph Monfeld startete der Workshop mit Statements aus verschiedenen Bereichen. Arnd Jäger ist Mitbegründer von dem therapeutischen online-Konzept „webPrax“ und vertrat die psychotherapeutische, digitale Position bezüglich der Behandlungskonzepte bei chronischem Rückenschmerz. Dr. med. Jörg Ansorg lieferte als Geschäftsführer des Berufsverbandes für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU) die Perspektive der Ärzte und stellte die Vorteile der Patienteninformationsplattform www.orthinform.de vor. Jerry Panten vertrat als Bereichsleiter des Therapiemanagements von der NOVOTERGUM GmbH den Standpunkt eines praktizierenden Physiotherapeuten und Therapiemanagers. Zudem war Marianne Hagen als eine von chronischen Rückenschmerzen Betroffene vor Ort, um die Patientensicht und Selbsthilfe Gruppen zu vertreten.

Dank der vielseitigen Perspektiven der beteiligten Akteure lieferte der Workshop einen geeigneten Rahmen für einen interdisziplinären Austausch zwischen Experten. Durch die gute Kommunikation zwischen Physiotherapeuten, Ärzten, Krankenkassenvertretern und Patienten haben sich die wichtigsten Aspekte zum Thema chronischer Rückenschmerz deutlich herausgestellt. Insbesondere das frühzeitige Ergreifen von Maßnahmen sowie die Zusammenarbeit der Beteiligten wurde betont. Als essenzielle Instrumente für zukünftige Entwicklungen wurden Disease-Management-Programme sowie digitale Lösungen genannt. Abgesehen vom vielversprechenden Austausch im Workshop wurden viele wertvolle Kontakte für neue Initiativen geknüpft. Somit kann der Chronic Care Congress 2019 als voller Erfolg bezeichnet werden.

Erfreulicherweise war die Rückmeldung der Beteiligten durchweg positiv, wodurch möglicherweise weitere Veranstaltungen folgen und der Chronic Care Congress wiederholt werden könnte.